Produkte mit dem "Blauen Engel" …wie unbedenklich sind sie wirklich?

Die Anzahl von Allergikern nimmt gravierend zu. Der Grund dafür wird in der „allgemeinen Umweltverschmutzung“ gesehen. Neben Lebensmitteln gilt auch die belastete Atemluft als Auslöser für Allergien und andere Krankheiten. An manchen Tagen ist die Feinstaub-Belastung in Städten so groß, dass der Straßenverkehr eingeschränkt werden muss. Nur wenige Menschen wissen, dass die Belastung durch Feinstaub und Chemikalien in den Wohnungen und am Arbeitsplatz häufig höher ist als draußen.

In früheren Zeiten wurden Häuser aus Naturstein, Ziegel, Kalk, Holz, Lehm und anderen Stoffen aus der Natur gebaut. Auch die Einrichtungsgegenstände bestanden hauptsächlich aus natürlichen Stoffen. Das änderte sich gravierend.

Die chemische Industrie suggerierte Bequemlichkeit und Pflegeleichtigkeit in allen Bereichen. Das führte dazu, dass auch beim Bau und der Einrichtung von Wohnungen in großem Maße chemische Stoffe eingesetzt wurden. Die erste Ernüchterung kam mit den sogenannten „Holzschutzmittelskandalen“. Schwerkranke Menschen prozessierten erfolgreich und Schulen mussten geschlossen und saniert werden. Daraufhin wurde die Verwendung einiger Chemikalien in Deutschland verboten, für andere wurden Höchstmengen festgesetzt.

Als Marketinginstrument wurde Mitte der 80-er Jahre der „Blaue Engel“ eingeführt. Er kennzeichnet jedoch lediglich solche Produkte, deren Schadstoffe reduziert wurden.

Dieses Label wird mittlerweile von Verbrauchern für ein „Unbedenklichkeits-Siegel“ gehalten. Nicht verwunderlich, wird doch von Verbraucherberatungen und in unabhängigen Veröffentlichungen immer darauf verwiesen, beim Kauf von Farben und anderen Artikeln auf jeden Fall auf den „Blauen Engel“ zu achten.

Viele Menschen wissen nicht, dass auch in diesen Produkten meistens gesundheitsschädigende Stoffe enthalten sind. Kleber für Tapeten und Fußboden, Kunstharzdispersionsfarbe, Kunststoffteppich, Heizkörperlack, Fugenfüller, Spanplattenschränke, Polstermöbel, Fernsehgerät... Wie viele unterschiedliche Chemikalien kommen hier zusammen und dünsten in die Raumluft aus? Wundern wir uns noch über unsere Befindlichkeit?

Einzige Alternative sind Produkte mit Volldeklaration, wie die seit Mitte der siebziger Jahre auf dem Markt befindlichen Naturfarben. Da die Grundstoffe kaum verändert der Natur entnommen sind und der menschliche Organismus seit jeher daran gewöhnt ist, stellen sie selten eine Belastung dar, im Gegensatz zu vielen chemischen Farben. Und sie nützen – wie alle Naturbaustoffe - durch die Verwendung nachwachsender Rohstoffe nicht nur dem Menschen, sondern auch der Umwelt.